Gemeinde

Gemeinschaft erleben

Nicht nur im Gottesdienst, in den Gruppen und Kreisen und im Gefühl der Zugehörigkeit erleben die Gemeindeglieder in Johannes Gemeinschaft.
Besondere Veranstaltungen, die der Geselligkeit dienen, sind:

  • Das große Gemeindefest an Erntedank: Beginn mit dem Familiengottesdienst um 10:00 Uhr; Musik und Mittagessen, Kaffee und Kuchen, Programm für Alt und Jung, Tombola und Stände; Ende um 17:00 Uhr mit der Andacht zum Abend
  • Das Mitarbeiterfest – natürlich am Johannistag, am 24. Juni von 18:30 bis in die Sommernacht hinein, in der Kirche, im Großen Saal und auf dem Hof

Zur Kirche

Bedeutung

Die Johanneskirche ist der erste moderne Kirchenbau in Rastatt seit der Barockzeit. Aufgrund ihrer klaren Architektursprache und ausgeprägten Symbolik ist sie ein bedeutendes, bisher zu wenig beachtetes Zeugnis der deutschen Kirchenbaukunst der Nachkriegszeit. Aufgrund ihrer soliden Bauweise und ihres geschlossenen Baukörpers ist sie ein wirtschaftlich und ökologisch noch heute sinnvolles Bauwerk, das sich die Gemeinde gut leisten kann.

Gesamtkonzept

Die Konzeption für die Kirche wurde von dem Architekten Prof. Dipl.-Ing. Fritz aus Stuttgart entworfen. Im Jahr 1964 wurde mit dem Bau begonnen. Am 11. September 1965 traf das Geläut der Kirche ein, und am 28. November 1965 (Erster Advent) wurde die Kirche eingeweiht. Die einzigartige Orgel wurde 1972 später eingebaut.
Die äußere Erscheinung der Kirche wird von dem markanten Turm, dem verbindenden transparenten Foyer und dem Kirchenraum in Form eines Nomadenzeltes bestimmt. Da die Kirche am Rand des Hochgestades liegt, konnte ein großer Teil der Gemeinde- und Funktionsräume in den Hang zum Tiefgestade gelegt werden; sie sind vom Vorplatz der Kirche nicht wahrzunehmen. Die Johanneskirche ist ein Gemeindezentrum, das von außen betrachtet die Würde eines reinen Sakralbaus ausstrahlt.
Die Wirkung des Innenraums der Kirche wird vom Altarraum, von der Orgel und von den Glasfenstern geprägt.

Altarraum

Der Kirchraum der Johanneskirche wird nicht zentral erschlossen, sondern über eine seitlich in die Rückwand eingefügte Tür aus abgedunkeltem Glas: Aus dem lichten Foyer tritt man zunächst unter die Empore, wodurch Blick und Herz unwiderstehlich zum hohen, hellen Altarraum hingezogen werden. Die Prinzipalstücke der Johanneskirche - Taufstein, Altartisch und Kanzel - sind im Wesentlichen aus Betonguss hergestellt. Sie sind unverrückbar und strahlen in Einheit mit dem großen griechischen Kreuz an der Wand über dem Altar eine tiefe Ruhe und Konzentration aus, die Besucher der Johanneskirche unmittelbar berührt. Aus der Bauzeit der Kirche stammen die Altarleuchter, die den Altar rechts und links flankieren. Die Leuchter für die später eingeführte Osterkerze und die Friedenskerze wurden in einem Kooperationsprojekt von Schülerinnen der Josef-Durler-Schule Rastatt in den Jahren 2010 und 2011 entworfen und hergestellt.

Kunstglasfenster

Die mosaikartige Glaswand auf der Nordostseite der Kirche ist das sogenannte „Schöpfungsfenster“. Die roten, blauen, braunen und weißen Gläser verweisen auf die Elemente Feuer, Wasser, Erde, Luft. Die Anordnung der Farbflächen und der „Geist Gottes über den Wassern“ als die Taube über der Weite rufen Assoziationen aus dem Schöpfungsgedicht in Genesis 1 wach. Die intensiv violett und glühend orange gehaltenen Gläser wecken jedoch auch Gedanken an Urexplosion und universale Energie. Der Eindruck der Glaswand ist überwältigend, wenn die Kirche über die Tür der Südwestseite oder das Wendeltreppenhaus der Südwestecke betreten wird.
Die drei quadratischen Glasfenster auf der Südwestseite sind biblischen Texten und Symbolen gewidmet. Das erste Glasfenster ist das „Weihnachtsfenster“. Es erinnert an die Verheißung des Propheten Jesaja (Jesaja 11, 1f): „Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen. Auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn.“
Das zweite Fenster ist das „Passionsfenster“. Das Schweißtuch der Veronika ist deutlich zu erkennen, auf dem sich das Antlitz Jesu als „Haupt voll Blut und Wunden“ abbildet. Mit dem Wort aus Johannes 1, 11 symbolisiert es die Passion Jesu: „Er kam in sein Eigentum, und die seinen nahmen ihn nicht auf.“
Das dritte Fenster erinnert mit dem Lamm an Ostern, ist insgesamt jedoch der Offenbarung des Johannes und damit dem Thema der Wiederkunft Christi verpflichtet (Offenbarung 21, 2a.23): „Und ich sah die heilig Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, und die Stadt bedarf keiner Sonne noch des Mondes, dass sie ihr scheinen; denn Gottes Herrlichkeit erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm.“
Die drei Südwestfenster bieten ein außergewöhnliches Bildprogramm. Vor allem das Mittelfenster stößt in einer für einen evangelischen Kirchenbau gewagten Weise über biblische Thematik hinaus in ökumenische Weite vor.
Der Altarraum der Kirche erhält sein Licht durch das sehr hohe, schlanke Fenster einer Art Seitenkapelle, dessen Deutung nicht festgelegt ist. Sie wird daher immer wieder neu und fruchtbar diskutiert.
Die Entwürfe für die Glasfenster stammen von Lukas Gastl (geb. 1924), einem bedeutenden katholischen Kunstmaler, Skulpteur und Glaskünstler, der heute in Würzburg lebt. Das Gesamtwerk Lukas Gastls ist derzeit nicht publiziert. Der Künstler hat eigenen Aussagen zufolge eine bedeutende Zahl von Kirchen und Kirchenfenstern vor allem in den deutschen Diözesen Würzburg, Regensburg, Speyer und Freiburg, aber auch in Afrika entworfen und betreut, dazu etliche Kirchen ausgemalt. Durch Arbeiten in Baden-Baden und Umgebung war er Verantwortlichen der Johannesgemeinde aufgefallen und daraufhin mit den Entwürfen für die Fenster der Johanneskirche beauftragt worden. Der Name der ausführenden Glaskunst-Firma ist zurzeit nicht bekannt.

Orgel

Das Hauptwerk der Orgel ist links des Altarraums auf der Seitenempore errichtet worden; es wird durch ein Seitenpositiv an der Emporenbrüstung ergänzt. Die Orgel verfügt insgesamt über 21 Register und 1.474 Pfeifen. Sie wurde im Jahr 1972 von Peter Vier aus Friesenheim gebaut. Die Johannesgemeinde hatte damals noch keinen festen Organisten. Die Disposition der Orgel lag damit ganz in den Händen des Orgelbauers: Der damals noch junge Meister hat ein Instrument entworfen, auf dem sich jeder Organist sofort zu Hause fühlt. Sie hat darüber hinaus mechanische Besonderheiten, die sie zu einem einzigartigen Instrument machen – und sie fügt sich sowohl klanglich als auch gestalterisch in den Kirchenraum ein, als sei sie von Anfang an da gewesen. Durch die Aufstellung an der Seite des Altarraums und die ideale optische Verbundenheit von Organist und Liturgen kann im Gottesdienst eine faszinierende Einheit von Wort und Musik entstehen.

Glocken

Die Inschriften der Glocken im Kirchturm der Johanneskirche lauten:
Größte Glocke (Abend- und Totenglocke): „ Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, lass ja bei uns auslöschen nicht.“ (Evangelisches Gesangbuch 246)
Zweitgrößte Glocke (Einsegnungs- und Friedensglocke): „Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten. Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du unser Gott alleine.“ (EG 421)
Zweitkleinste Glocke (Gebetsglocke): „Vater unser im Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an und willst das Beten von uns han: gib, dass nicht bet allein der Mund, hilf, dass es geh von Herzensgrund.“ (EG 344)
Kleinste Glocke (Taufglocke): All Morgen ist ganz frisch und neu des Herren Gnad und große Treu; sie hat kein End den langen Tag, drauf jeder sich verlassen mag.“ (EG 440)
Die Glocken der Johanneskirche erklingen zu Beginn der Gottesdienste und Andachten, zum Einläuten des Sonntags (samstags um 15:00 Uhr) und des neuen Jahres (1. Januar ab 0:00 Uhr) - und Tag für Tag um 12:00 Uhr (Friedensglocke) und um 19:00 Uhr (Abendglocke). Sie verkünden Taufen und Segnungen, Verstorbenengedenken und Vaterunser aus dem Gottesdienst in die Umgebung der Stadt.

Bewertung

Die Johanneskirche ist ein Gemeindezentrum, das den Sakralraum mit den Gruppen- und Funktionsräumen unter einem Dach optimal vereint. Von außen eine „richtige“ Kirche – innen ein überaus praktischer Lebensraum für eine lebendige Gemeinde. Der Kirchenraum ist mit seinen 200 Sitzplätzen im Erdgeschoss und den rund 80 Plätzen auf den Emporen nicht sehr groß – und hat dennoch eine befreiende Weite. Er ist durch die Buntglasfenster transparent für das Sonnenlicht - und gibt dennoch Geborgenheit und Schutz gegen das Draußen. Der weite Raum bietet ideale akustische Voraussetzung für das natürliche Sprechen, die Entfaltung der Orgel und den Klang von Solo-Instrumenten und Kammerorchestern – er ist weder hallig noch stumpf. Die Johanneskirche ist eine Kirche, die die Liebe der Gemeinde weckt und am Leben hält - und die Beachtung kunstsinniger Zeitgenossen und spirituell Suchender in höchstem Maß verdient. Sie macht dem Evangelisten Johannes alle Ehre.

Strukturen

Die Johannesgemeinde ist Teil der Evangelischen Kirchengemeinde Rastatt (im Folgenden: EKiRa), die aus den vier Pfarrgemeinden Michael (Stadtkirche), Johannes, Petrus und Thomas besteht. Sie gehört zur Evangelischen Landeskirche in Baden (EKiBa; Sitz des Oberkirchenrates in Karlsruhe), die eine Gliedkirche der Evangelischen Kirche in Deutschland ist (EKD).
Die Evangelische Kirchengemeinde Rastatt wird durch den Kirchengemeinderat geleitet. Die Pfarrgemeinden werden durch die Ältestenkreise geleitet (ehrenamtliche Älteste + Pfarrer). EKiRa hat ein eigenes Kirchengemeindeamt mit einem fest angestellten Geschäftsführer und zwei weiteren Verwaltungskräften (Herrenstraße 18). EKiRa ist die Anstellungsträgerin aller Angestellten in den Pfarrgemeinden. Die Pfarrer der vier Pfarrgemeinden stehen direkt im Dienst der Evangelischen Landeskirche in Baden (Sitz in Karlsruhe), sind von den Pfarrgemeinden gewählt, aber nicht bei ihnen angestellt.
EKiRa hat insgesamt rund 11.000 Gemeindeglieder. Bei der EKiRa sind ca. 125 Personen mit ganz unterschiedlichen Stundendeputaten angestellt. Es sind ca. 110 Frauen und 15 Männer. Die meisten Angestellten sind Erzieherinnen und Krankenpflegerinnen. Weitere wichtige nebenamtlich Angestellte sind Organisten, Sekretärinnen, Hausmeister, Kirchendiener, Küchenpersonal, Reinigungskräfte und Fahrer (Essen auf Rädern).
EKiRa unterhält zwei große Kindertageseinrichtungen mit vier bzw. fünf Gruppen inkl. zwei Krippengruppen. Außerdem betreibt sie alle sechs Horte an den Grundschulen in Rastatt (Trägerschaft: Stadt Rastatt; Betrieb: EKiRa). EKiRa unterhält eine Großküche für die KiTas, die Horte an den Schulen und Essen auf Rädern. Außerdem gibt es eine große Diakoniestation für die ambulante häusliche Alten- und Krankenpflege.

Die Johannesgemeinde hat 1.874 Gemeindeglieder im Stadtgebiet Zay, Brufert, Biblis, Nordstadt, Röttererberg und 266 Gemeindeglieder im Stadtteil Rauental, also rund 2.100 insgesamt. Nebenamtlich arbeiten die Sekretärin, der Organist und die Reinigungskräfte in Johannes, hauptamtlich der Pfarrer. Es gibt ca. 130 ehrenamtlich Mitarbeitende mit unterschiedlich großen Dienstumfängen und Verantwortlichkeiten. Die  zwölf Ältesten sind zwar ehrenamtlich tätig, aber rechtlich verantwortlich für die Gemeinde.

Einige weitere Zahlen: Taufen 15-20 pro Jahr, Trauungen 5-7 eigene pro Jahr (dazu einige von auswärts), Bestattungen 25-30 pro Jahr, Austritte ca. 15 pro Jahr, Konfirmanden ca. 20 pro Jahr.
Da es im Bereich der Johannesgemeinde keinen nennenswerten Zuzug gibt, sinkt die Gemeindegliederzahl. Der Gottesdienstbesuch in der Johanneskirche liegt an normalen Sonntagen zwischen 50 bis 100 Gemeindegliedern.

Das Zentrum der Gemeinde ist die im Jahr 1965 eingeweihte Johanneskirche in der Franz-Philipp- Straße 17. Sie ist ein spirituell sehr eindrucksvoller und wertvoller Ort, andererseits aber auch sehr praktisch nutzbar. Neben der Kirche liegt das Pfarrhaus mit Pfarramt und Pfarrwohnung, gegenüber die Kindertagesstätte Stockhorn. Die Johanneskirche hat ca. 280 Sitzplätze. Der Kirchenraum wird durch die künstlerisch bedeutsamen Kunstglasfenster von Lukas Gastl (geb. 1924) bestimmt. Weitere Räume sind das Foyer und der Kleine Saal im Erdgeschoss, Jugendraum und Krabbelraum im Obergeschoss, Großer Saal mit Bühne, Küche, Medienraum, Nebenräumen im Untergeschoss. Erdgeschoss und Untergeschoss sind auch für Menschen mit Kinderwagen oder Behinderung mühelos zugänglich (Aufzug vorhanden).

Friedensethik

 Aktionsgemeinschaft Rastatter Frieden

Das dritte Gesprächs- und Aktionsforum der Friedenskrippe zu Fragen des Friedens fand im Juni diesen Jahres in der  Rastatter Johannesgemeinde statt. Im Blick auf das Jubiläum „300 Jahre Rastatter Frieden“ im Jahr 2014 wurden die in Stadt und Region aktiven Friedensgruppen bekannt gemacht und vernetzt. Die aus der friedensethischen Diskussion in der evangelischen Landeskirche in Baden hervorgegangene Rastatter Friedenskrippe sucht ausdrücklich den Diskurs mit allen Gruppen und Personen, die sich für Friedensarbeit engagieren: Das Jubiläumsjahr soll nicht nur ein historisches Ereignis bedenken, sondern auch Anstöße für die Friedensarbeit der Gegenwart geben.

Hieraus bildete sich die Aktionsgemeinschaft Rastatter Frieden als ein Zusammenschluss von Friedensvereinen, Institutionen und Einzelpersonen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, bestehende Friedensinitiativen zu vernetzten und im Jubiläumsjahr "3oo Jahre Rastatter Frieden" im Jahr 2014 verschiedene Friedensveranstaltungen zu organisieren. Sie sollen in enger Kooperation mit den Veranstaltungen der Stadt Rastatt durch kulturelle, politische und pädagogische Impulse die Friedensarbeit über das Jubiläumsjahr hinaus nachhaltig im gegenwärtigen Leben der Stadt verankern.

Weiterhin sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Die Aktionsgemeinschaft Rastatter Frieden hat regelmäßige Treffen eingerichtet. Die Gruppe trifft sich -nach Absprache- im Intervall von ca. zwei Monaten  um 19:30 Uhr in der evangelischen Johanneskirche.

Informationen gibt es bei der Johannesgemeinde, Telefon (07222) 21169.

Friedensgebet zum Rastatter Gelöbnis

 

Friedensgebet am 7. Januar 2016

Die katholischen und evangelischen Kirchengemeinden Rastatts erinnern mit einem gemeinsamen Friedensgebet auf dem Röttererberg an die Bewahrung Rastatts am Ende des zweiten Weltkrieges. Am 7. Januar 1945 gingen auf dem Röttererberg die Bomben nieder, die eigentlich die Rastatter Innenstadt hätten in Schutt und Asche legen sollen. Traditionell erfüllt die katholische Kirchengemeinde jedes Jahr am 2. Sonntag im Oktober mit einem Festgottesdienst das Rastatter Gelöbnis, das im Jahr 1944 zur Errettung der Stadt abgelegt wurde. Im Unterschied zu den meisten vergleichbaren Städten wurde Rastatt tatsächlich nicht zerstört. Aufgrund dieser Rettung konnte Rastatt nach dem Krieg viele Flüchtlinge aufnehmen. Aus Dankbarkeit für die Rettung und in Verpflichtung für den Frieden laden die Gemeinden zum Friedensgebet ein. Es vereint das Rosenkranzgebet des traditionellen Gelöbnisses mit heutiger christlich motivierter Friedensarbeit. Beim Friedensgebet am Donnerstag, 7. Januar 2016 um 12 Uhr in der Johanneskirche Rastatt sind Menschen aller Konfessionen, Religionen und Weltanschauungen herzlich willkommen.

 

Büchertisch in der Johanneskirche

Sonntags nach dem Gottesdienst lädt nicht nur der Kirchenkaffee zum Verweilen ein, sondern auch ein Büchertisch. Hier können Jung und Alt schmökern und christliche Literatur, Kalender, CDs und kleine Geschenke finden. Es gibt auch einen Bestelldienst: Dazu kann der Verlagskatalog ausgeliehen werden, um dann in Ruhe daheim eine Auswahl zu treffen. Gutscheine zum Verschenken runden das Angebot ab. 10 % des Erlöses kommen der Kirchengemeinde zugute.

Kirchenmusik

Einen besonderen Schwerpunkt in der Arbeit der Johannesgemeinde bildet die Kirchenmusik. Das äußert sich allerdings nicht darin, dass hier besonders viele und besonders große Konzerte angeboten würden – dieser Part in Rastatt gebührt eher der Stadtkirche, die einen hauptamtlichen A-Kantor beschäftigt. In der Johannesgemeinde ist die Kirchenmusik vielmehr immer bestimmend dabei, sie durchdringt gewissermaßen viele Bereiche aller Angebote, in erster Linie natürlich die gottesdienstlichen Feiern.

Herzstück der Kirchenmusik ist die Orgel mit ihren 21 Registern und 1.474 Pfeifen. Sie wurde im Jahr 1972 – als die Kirche sechs Jahre alt war – von Peter Vier aus Friesenheim gebaut. Die Johannesgemeinde hatte damals noch keinen festen Organisten, und das tat der Disposition der Orgel ungemein gut. Hier wollte sich kein Kirchenmusiker mit seinen individuellen Ideen verwirklichen, sondern hier hat ein junger Orgelbauer ein Instrument entworfen, auf dem sich jeder Organist sofort zu Hause fühlt – und die sich sowohl klanglich als auch gestalterisch in den Kirchenraum einfügt, als sei sie von Anfang an da gewesen.

Die Gestaltung der Gottesdienste, der Andachten und der Abendgebete geschieht immer in enger Absprache zwischen dem Liturgen und dem Organisten. Es entstehen somit Feiern, in denen sich Wort und Musik auf ganz besondere Weise befruchten. Unverwechselbares Merkmal der Kirchenmusik in der Johannesgemeinde ist die Improvisation: Noch in den Gottesdiensten entsteht oft eine eigene Musik, die direkt an eine Predigt oder ein Gebet anknüpft. Die Musik gibt manchmal der Trauer und der Sprachlosigkeit, viel häufiger aber dem Lob und dem Jubel der Gemeinde eine Stimme. Deshalb wird in der Johanneskirche – das bestätigen nicht nur alle Gastprediger – flott, kräftig und freudig gesungen. Manchmal erklingt dazu der kleine Bruder der Orgel, das E-Piano.

Eine besondere Atmosphäre bietet die Orgel-Komplet, zu der Gastorganisten eingeladen werden. Sie beginnt immer mittwochs um 21 Uhr und ist geprägt von den Wechselgebeten des altkirchlichen Nachtgebets (Komplet) sowie von großen Orgelwerken und einem gemeinsam gesungenen Hymnus. Die Reihe beginnt jeweils mit einer Orgel-Komplet im Advent, die weiteren sind nach Epiphanias, in der Passion und nach Ostern.

Die Johannesgemeinde ist darüber hinaus offen für neue Musikformen, beispielsweise mit einer Jugendband. Immer wieder entstehen in der Arbeit der Gemeinde eigene Lieder, die sich teilweise als fester Bestandteil im Kirchenjahr etabliert haben – etwa das Erntedank-Lied „Wir bringen Gaben zu deinem Altar“.

Feste Organisten der Johannesgemeinde waren Jörg Fischer (bis 1979), Rolf Hoppenworth (bis 1982) und Michael Bender (1980 bis 1987), der im Rahmen eines Projekts für einige Jahre einen hauptamtlichen Vertrag hatte. Bender ist inzwischen Bezirkskantor in Ravensburg. Von 1984 an spielte Michael Janke aushilfsweise an der Orgel, er ist seit 1987 fester Organist der Johannesgemeinde.

Gemeindefahrten

Im Frühjahr, Sommer und Herbst gibt es monatliche Ausflugsfahrten gemeinsam mit den anderen Rastatter Gemeinden. Die führen zu landschaftlich schönen und kulturell oder kirchlich interessanten Zielen. Bei den Johannesfahrten findet am Zielort zum Abschluss der Fahrt eine Andacht statt.
Anmeldung im Pfarramt unter der Rufnummer (07222) 21169.

    Abfahrsorte und -zeiten

    12:20 Uhr:  Thomasgemeinde
    12:25 Uhr:  Petrusgemeinde
    12:30 Uhr:  Brückenhof
    12:40 Uhr:  Johannesgemeinde
    12:50 Uhr:  Lionsstift
    13:00 Uhr:  Verkehrspavillion

    Ökumene

    Die Ökumene hat in Johannes einen hohen Stellenwert. Besondere regelmäßige Veranstaltungen von Johannes- und Zwölf-Apostel-Gemeinde sind ein ökumenischer Gottesdienst zu Jahresbeginn (Taufe Jesu), die ökumenischen Bibelabende, die ökumenische Friedensdekade im November und eine gemeinsame Sitzung von Pfarrgemeinderat und Ältestenkreis pro Jahr. Zu Gemeindefesten und besonderen Veranstaltungen besucht man sich aus Tradition.